Das DIE hat 2017 in einem wettbewerblichen Verfahren der Leibniz-Gemeinschaft zusätzliche Stellen für die Weiterentwicklung seines Forschungsprofils und seiner Dienstleistungsaufgaben eingeworben. Damit weitet das DIE seine Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses von einer auf insgesamt fünf Nachwuchsgruppen aus und bindet auch Post-Docs verstärkt ein.

Hintergrund sind die in den letzten Jahren deutlich gestiegenen Erwartungen an die Forschung, neues Wissen schnell und wirksam an Politik und Praxis zu vermitteln. Das gilt insbesondere für Institute der Leibniz-Gemeinschaft, die sich dem Ziel verpflichtet haben, "Wissenschaft zum Wohle der Gesellschaft" zu betreiben.

Mit Beginn des Jahres 2018 sind – zusätzlich zur bereits existierenden Nachwuchsgruppe – vier weitere Nachwuchsgruppen mit je zwei Doktorandenstellen aktiv, die sich auf die Erprobung wissenschaftlicher Erkenntnisse in der Praxis konzentrieren werden. Dies sind die Themen:

  • Wirkungen und Erträge bildungspolitischer Interventionen im Feld der Weiterbildung
    (Leitung Dr. Andreas Martin)
  • Zusammenhänge zwischen institutionellen Rahmenbedingungen und Angebotsstrukturen der Weiterbildung im internationalen Vergleich (Leitung Dr. phil. Katrin Kaufmann-Kuchta)
  • Entwicklung und Analyse audiovisueller Wissens- und Informationsmedien (Leitung Dr. rer. nat. Martin Merkt)
  • Professionelle Überzeugungen von Lehrkräften der Weiterbildung und deren Förderung in professionellen Lerngemeinschaften (Leitung Dr. phil. Dörthe Herbrechter)

 

 Die fünf Nachwuchsgruppen im Einzelnen:

Nachwuchsgruppe Goeze

Professionelle Kompetenzen des Weiterbildungspersonals
Leitung: Dr. Annika Goeze
Doktoranden: Christian Marx und Dorett Schneider
Postdoktorandin: Dr. des. Petra Hetfleisch

2013 wurde am DIE die erste Nachwuchsgruppe eingerichtet. Sie beschäftigt sich mit Professionellen Kompetenzen des Weiterbildungspersonals und ist der Abteilung Lehren, Lernen, Beraten zugeordnet. Die Gruppe erforscht die professionellen Kompetenzen des Weiterbildungspersonals im Rahmen von fünf Forschungsprojekten aus je unterschiedlichen methodischen und inhaltlichen Perspektiven. Die Forschungsdesigns sind zumeist qualitativ und quantitativ ausgerichtet und umfassen sowohl explorative, hypothesengenerierende Untersuchungen als auch hypothesenprüfende (quasi-)experimentelle Interventions- und Implementationsstudien sowie Testkonstruktion.

 

Nachwuchsgruppe Herbrechter

Professionelle Überzeugungen von Lehrenden der Weiterbildung und ihre Förderung in professionellen Lerngemeinschaften
Leitung: Dr. phil. Dörthe Herbrechter
Doktorandinnen: Eva Katinka Hahnrath und Xenia Kuhn

Befunde der bisherigen Bildungsforschung zeigen, dass für die professionelle Kompetenz von Lehrenden auch ihre Überzeugungen und Werthaltungen relevant sind. Hieran anschließend rückt diese Nachwuchsgruppe die bislang noch wenig erforschten Überzeugungen von Lehrenden der Erwachsenen- und Weiterbildung mit dem Ziel in den Mittelpunkt, ihre Entwicklung und Förderung in einer Interventionsstudie genauer zu untersuchen. Unter Anwendung qualitativer und quantitativer Methoden werden damit zum einen mentale Grundlagen der professionellen Kompetenz und zum anderen Formen ihrer berufsbegleitenden Professionalisierung durch kollegiale Beratung in professionellen Lerngemeinschaften fokussiert. Vor diesem Hintergrund ist die Nachwuchsgruppe thematisch der Abteilung Lehren, Lernen, Beraten zugeordnet.

 

Nachwuchsgruppe Kaufmann-Kuchta

Untersuchung von Zusammenhängen institutioneller Rahmenbedingungen und Angebotsstrukturen der Weiterbildung im internationalen Vergleich mit Hilfe kontrastiver Fallstudien
Leitung Dr. phil. Katrin Kaufmann-Kuchta
Doktorandinnen: Anna Caroline Bernhardt und Diana Trevino-Eberhard

In der Nachwuchsgruppe der Abteilung System und Politik werden mit Hilfe von kontrastiven Fallstudien in drei Ländern Zusammenhänge zwischen rechtlichen und finanziellen Regulierungen und institutionellen Angebotsstrukturen der Weiterbildung untersucht. Fokussiert werden voraussichtlich öffentliche Bildungseinrichtungen und Hochschulen als mindestens anteilig öffentlich finanzierte Weiterbildungsanbieter, die (un-)mittelbar von staatlich regulierten institutionellen Rahmenbedingungen beeinflusst sind. Ziel der Nachwuchsgruppe ist es, die Einbettung von Weiterbildungssystemstrukturen in (länderspezifische) institutionelle Regime auf einem allgemeinen Abstraktionsniveau zu beschreiben. Hierfür werden Dokumentenanalysen, Experteninterviews und Programmanalysen durchgeführt. Die Ergebnisse sollen eine Grundlage für weiterführende Forschungsarbeiten zur Spezifizierung der Zusammenhänge im Mehrebenensystem der Weiterbildung darstellen.

 

Nachwuchsgruppe Martin

Wirkungen und Erträge bildungspolitischer Interventionen im Feld der Weiterbildung
Leitung: Dr. Andreas Martin
Doktoranden: Julia Granderath und Fabian Rüter

Die an den Arbeitsschwerpunkten der Abteilung System und Politik orientierte Nachwuchsgruppe geht auf der Grundlage von quantitativen Sekundäranalysen den Wirkungen und Erträgen bildungspolitischer Interventionen im Mehrebenensystem der Weiterbildung nach. Im Zentrum stehen dabei die Effekte von Eingriffen supranationaler und nationaler Akteure der Bildungspolitik auf Angebots- und Teilnahmestrukturen und deren monetären und nichtmonetären Folgen auf unterschiedlichen Aggregationsniveaus.

 

Nachwuchsgruppe Merkt

Entwicklung und Analyse audiovisueller Wissens- und Informationsmedien
Leitung: Dr. rer. nat. Martin Merkt
Doktoranden: Dennis Berse und Thea Hensen

Die Nachwuchsgruppe Entwicklung und Implementation audiovisueller Wissens- und Informationsmedien für Lern- und Bildungsprozesse ist der Abteilung Forschungsinfrastrukturen zugeordnet. Sie erforscht, wie der Einsatz videobasierter Inhalte in der Erwachsenenbildung optimiert werden kann. Ein erster Schwerpunkt liegt auf der Darbietung und Aufbereitung von Inhalten. Hier werden Forschungsfragen adressiert, die sowohl bei der Produktion, der Post-Produktion, als auch bei der Einbettung von Videos in komplexere Lernumgebungen ansetzen. Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf der Unterstützung eines angemessenen Umgangs mit im Internet veröffentlichten Videos. So sollen Indikatoren für die Identifikation vertrauensvoller Quellen herausgearbeitet und in entsprechenden Interventionen vermittelt werden.

Letzte Änderung 13.07.2018